Robert Gross, 19, Abiturient und Praktikant, schmiedet ein bundesweites Jugendbündnis gegen den Castor und plant, mit jungen Leuten die Endlager-Bauarbeiten zu blockieren
Im Vorfeld der letzten großen Demos Ende Mai habe ich die Jugendgruppen und -organisationen von Gewerkschaften, Parteien und anderen Initiativen in Hamburg angesprochen, ob wir uns alle mal treffen wollen und besprechen, wie wir zu Atomkraft stehen. Denn ich glaube, wenn die Jugendorganisationen alle zusammenarbeiten, können wir ein viel stärkeres Zeichen setzen. Gleich beim ersten Treffen stellte sich dann heraus, dass wir uns, was Atomkraft angeht, ziemlich einig sind – obwohl sich unsere Meinungen in vielen anderen Punkten sehr unterscheiden. Den Atomausstieg wollen wir jedoch alle.
Als Vertreter des Bündnisses habe ich auf der Demo dann eine Rede gehalten, vor 20.000 Menschen. Schon bei der Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel 13 Monate zuvor hatte ich auf der Bühne gestanden. Aber das hier war echt was anderes – und ein ziemlich tolles Gefühl, zu sehen, wie die Rede auch Begeisterung ausgelöst hat!
Nach dem Abi habe ich ein Praktikum bei .ausgestrahlt angefangen. Mein Ziel ist, dass möglichst viele junge Leute ins Wendland kommen und sich an den Castor-Protesten beteiligen. Dazu werden wir den Jugendorganisationen auf Bundesebene einen Aufruf zuschicken mit der Bitte, ihn zu unterstützen und über ihre Verteiler weiterzuschicken. Wir wollen zeigen, dass auch wir Jüngeren gegen ein Atommülllager in Gorleben und gegen die weitere Produktion von Atommüll sind. Dass wir den Älteren dankbar sind, dass sie den Kampf dagegen nicht aufgegeben haben. Und, dass wir uns weiter mit diesem Thema beschäftigen werden. Denn die Atommüllfrage wird uns und noch viele Generationen nach uns betreffen.
Ob wir da auch schon zu einer gemeinsamen Aktion aufrufen werden, ist noch nicht ganz klar. Es könnte ja zum Beispiel bei der Demo eine Art Jugend-Block oder eine Blockade geben. Für die Zeit nach dem Castor habe ich das mit einem Freund aber schon fest ins Auge gefasst: Im Rahmen der Kampagne Gorleben365, deren Ziel es ist, die Endlagerbaustelle an möglichst vielen Tagen im Jahr zu blockieren, wollen wir eine Jugendblockade organisieren, vermutlich im Februar oder Anfang März – übers Internet und natürlich wieder über die Jugendorganisationen.
Facebook-Gruppe: Suche nach „Jugendblockade - Gorleben 365“
www.gorleben365.de/
« zurück