Robert Borsch-Laaks, 63, Bauphysiker, macht seine Nachbarschaft zur atomstromfreien Zone und sorgt mit Sonnenpower für Musik auf jeder Demo.
Im November 2008 schickte mir meine Tochter vom Castor ein „Hausaufgabenheft für Atomkraft-GegnerInnen“ von .ausgestrahlt, mit der handschriftlichen Bemerkung: „Papa, Du könntest auch mal wieder was tun.“ Da ich noch nie jemand war, der nur mitmacht, habe ich also für die große Demo in Berlin im September 2009 eine rollende Solarbühne konstruiert. Über Kontakte zu verschiedenen Firmen kamen Solarpanels, Batterien, PA und das Baumaterial zusammen. Auf zwei Treckeranhängern aus Gorleben bauten wir daraus eine fahrende Bühne. Die ganze Demo zog an uns vorbei, eine Berliner Band spielte, und als letzter „Lauti“ reihten wir uns dann ein.
Zur Menschenkette in Stuttgart neulich habe ich gleich mal 20 Buskarten gebucht: für mich und meine Geburtstagsgäste. Und weil das zum größten Teil Leute aus dem Chor „Andere Saiten“ waren, sind wir durch Besigheim, zehn Kilometer vom AKW entfernt, gezogen und haben „Atomkraft ist ein großer Beschiss“ gesungen. Das tut gut – für die eigene Seele und für den Spaß der anderen!
Ich wohne in ’ner Hausgemeinschaft, sieben Parteien in drei Häusern. Bei unserer Einweihungsfeier haben wir 50 Meter alte Bettlaken für das längste Anti-Atom-Transparent bepinselt. Und an einem Januarsonntag luden wir alle unsere Nachbarn ein zu einem Stromwechselbrunch. 90 Zettel hatten wir verteilt, aus 30 Haushalten kam jemand vorbei. Man lernt auf diese Weise die nettesten Leute im Viertel kennen. Ich habe noch nicht überall nachgefragt, wer jetzt alles gewechselt hat. Aber wenn die gegenüber auch alle dabei sind, dann stellen wir ein Straßenschild auf: „Atomstromfreie Zone“.
Nachbarschaftsinitiative Drei Rosen, RBL-AC@gmx.de
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