Babs Günther, Sozial- und Theaterpädagogin, streitet mit dem „Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft“ weiter für eine sofortige Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld
Acht AKW sind abgeschaltet – Grafenrheinfeld soll noch bis Ende 2015 weiterlaufen. Damit sind wir nicht zufrieden. Denn dadurch, dass jetzt irgendwelche Abschalttermine festgelegt wurden, sind die AKWs ja nicht sicherer. In Grafenrheinfeld bemerkte Eon 2010 einen Riss an einem Rohr im Primärkreislauf – und fuhr das AKW dann einfach wieder hoch! Als das öffentlich wurde, hat das die Bevölkerung hier doch sehr aufgebracht. Die Eon-Sprecherin reiste an. „Bei uns geht Wirtschaftlichkeit immer vor Sicherheit“, verkündete sie – was für ein denkwürdiger Freud’scher Versprecher!
Unsere Forderung lautet nach wie vor: Abschalten, sofort! Das werden wir am 29. Oktober auf einer großen Demo kundtun. Das Thema Castor greifen wir da ebenfalls auf. Letztes Jahr etwa haben wir schubkarrenweise „Atommüll“ ausgekippt und die Leute aufgefordert, mit Besen und Schrubbern zu kommen. Oder Radioaktivitätszeichen auf den Boden geklebt und gezeigt: Dieser Dreck geht nicht weg, man kann sich anstrengen, wie man will.
Unser zweites Anliegen ist die Energiewende. Wir wollen, dass Kommunen und Bürger selbst tätig werden, etwa über Bürgerbeteiligungsanlagen, damit das nicht wieder so eine Monopolgeschichte wird. Unser Bündnis ist ein Zusammenschluss von vielen Initiativen und Gruppen. Von Adventsaktionen in der Innenstadt bis zum „Brückenfest“ gegen die „Brückentechnologie“ haben wir schon einiges auf die Beine gestellt. Höhepunkt war der Sternmarsch am Tschernobyl-Jahrestag mit 15.000 Menschen. Außerdem haben wir Busse zu den großen Demos organisiert – vielleicht wird es auch einen zur Castor-Demo in Dannenberg am 26.11. geben.
Seit Fukushima machen wir montags Mahnwachen, anfangs wöchentlich, seit August monatlich. Da kommen immer noch um die 100 Leute und wir machen in jedem Fall weiter bis zum Fukushima-Jahrestag im März. Überhaupt sind wir fest entschlossen, weiter am Thema zu bleiben. Die Atommüllfrage ist vollkommen ungeklärt, Uranabbau, Hermes-Bürgschaften, leukämiekranke Kinder: Da kann man sich nicht zurücklehnen und sagen „Naja, Ende 2015 ist es doch dann gut.“
http://antiatomgrafenrheinfeld.bi-gochsheim.de/
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