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Samstag, 4. Februar 2012

Bericht

Warmgelaufen in Berlin

Mehr als 1.500 Warmläufer leuchten gelb: Viele schwenken Fahnen mit der Anti-Atom-Sonne, die meisten haben gelbe T-Shirts an oder wenigstens Aufkleber auf ihre Kleidung geklebt mit der Forderung: "Atomkraft? Nein Danke!" Nach dem Startsignal vor der CDU-Zentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus in der Klingelhöferstraße, spurten die Vordersten der Polizei davon. An der nächsten Ecke warten sie mit Stretching und Übungen zur Stärkung des Rückgrats auf die anderen Feierabend-DemonstrantInnen.

Wieder sind es alte und junge Menschen, Studierende und Angestellte, geübte Jogger und Sonntagsspaziergänger, die sich treffen, um den Ausstieg aus der Atomenergie zu fordern, der schon so lange versprochen ist.

Die einen rennen schneller, die anderen laufen eher gemütlich, aber warm ist allen geworden und rütteln schließlich an der Absperrung in der Hiroshima-Straße. 200 Meter weiter verhandeln die Spitzen von CDU, CSU und FDP in der nordrheinwestfälischen Landevertretung über eine Koalition und auch über die Zukunft der Atomkraftwerke.

Vor der Wahl haben sie angekündigt, dass sie die Laufzeiten der Meiler verlängern wollen. Nach der Wahl klingen sie schon skeptischer und stellen Bedingungen, einige PolitikerInnen erklären gar deutlich, dass der vereinbarte Atomausstieg bis 2023 eingehalten werden soll. Haben sie Kreide gefressen? Wollen sie ihre Verhandlungspartner unter Druck setzen? Oder von der Gefährlichkeit aller AKW ablenken? Oder wissen sie, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland, auch die Mehrheit der FDP- und Unions-WählerInnen, den Atomausstieg will? Immerhin beschweren sich die Koaltionsverhandler, dass die Warmläufer ihnen zu viel Krach machen. Hören können sie also offenbar.

In Berlin haben sich auf Einladung von .ausgestrahlt, dem Online-Aktionsnetzwerk Campact und dem Umweltverband BUND mehr als 1.500 Menschen warmgelaufen. Hunderte weitere waren in anderen Städten - zum Beispiel Düsseldorf und Dresden - auf den Beinen. In weiteren Städten sind Warmläufe geplant oder können noch organisiert werden. Aufgewärmt geht es an die nächsten Aktionen, um Union und FDP klar zu machen, dass es ohne Atomausstieg eine kräftige und bewegliche Protestbewegung gibt. In Berlin hat .ausgestrahlt dazu die Ständige Vertretung der Anti-AKW-Bewegung eröffnet, von der aus Aktionen rund um die Koaltionsverhandlungen geplant und durchgeführt werden. MitmacherInnen sind willkommen, Übernachtungsplätze gibt es auch.



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