150 Atom-Fässer vor dem Reichstag
"Schwarz-Gelb macht nur Müll" lautete der Spruch auf unserem Transparent am 9. September auf der Wiese vor dem Reichstag. Und er passt auf die aktuelle politische Lage wie die Faust aufs Auge: Vor wenigen Tagen hat die schwarz-gelbe Bundesregierung entschieden, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern - obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung das entschieden ablehnt. Und als wäre das nicht genug, berichtet tagesschau.de am Tag unserer Aktion vor dem Reichstag, dass
die Regierung die Atomkonzerne offenbar mächtig schont. In einem Geheimvertrag sichert sie den Betreibern der AKW offenbar zu, dass die Kosten für Sicherheits-Nachrüstungen an den Reaktoren auf einen bestimmten Betrag begrenzt werden. Außerdem sollen die Sicherheitsstandards in Zukunft deutlich geringer sein und Nachrüstungen sollen über Jahre aufgeschoben werden können. Die Regierung lässt die Atomkonzerne ordentlich Geld scheffeln - auf Kosten der Sicherheit. Das Wort "Müll" für diese Politik ist eigentlich noch fast zu freundlich.
150 Fässer vor dem Reichstag sollten die Politik in Berlin darauf aufmerksam machen, dass durch den Weiterbetrieb der AKW in den nächsten Jahrzehnten tausende Tonnen hochradioaktiven Atommülls anfallen, der für unvorstellbar lange Zeiträume eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt. Gleichzeitig gibt weltweit kein sicheres Endlager für die strahlenden Abfälle aus den Atomkraftwerken. Für uns ist klar: Nach diesen Entscheidungen geht der Streit erst richrig los. Die Entscheidungen über die Zukunft der AKWs sind noch längst nicht endgültig gefallen. Jetzt gilt es, die Pläne der Regierung zu durchkreuzen!
Über unsere Aktion wurde zahlreich in den Medien berichtet, zum Beispiel in der Tagesschau um 20 Uhr, im TV Berlin, auf stern.de, mdr.de, im Greenpeace Magazin, im Donaukurier und sogar in der internationalen Presse. Herzlichen Dank an die Helferinnen und Helfer in Berlin für die Unterstützung!
Mehr Bilder der Aktion in druckfähiger Auflösung können hier heruntergeladen werden.
23.6.: Rote Karte für die Zockerei mit dem Atom-Risiko
Protest vor dem Kanzleramt, wenn dort Atomkonzerne und Merkel schachern
Als sich Angela Merkel am Mittwoch mit den Vorstandvorsitzenden der vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW traf, war vor der Tür des Kanzleramts wieder einmal die Hölle los: Über 200 Atomkraftgegner protestierten lautstark gegen den Weiterbetrieb der AKW.
.ausgestrahlt hatte gemeinsam mit dem Kampagnennetzwerk Campact aufgerufen, Merkel und den Energiekonzernen die rote Karte zu zeigen. Während eine riesige Merkel-Puppe mit stilisierten Skeletten um Laufzeitverlängerungen pokerte, bekannten Hunderte Farbe gegen Atomkraft: Der Platz vor dem Kanzleramt strahlte im Rot der "Platzverweise" für Merkel und die Chefs von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.
Als dann die Konzernchefs und die Kanzlerin gegen 15.00 Uhr am Kanzleramt eintrafen, gab es das inzwischen wohlbekannte Pfeifkonzert für Politik und Atomlobby: "Atomkraft? Wir pfeifen euch was!" hieß es dazu auf unseren Plakaten.
Mehr Fotos von der Aktion gibt es hier.
Dass es in den nächsten Wochen in der Atompolitik spannend bleibt, ist sicher: Bis Ende August will die Bundesregierung sich auf ein künftiges Energiekonzept einigen. Wie viel Atomkraft zu diesem Konzept gehört, ist noch unklar - und kommt ganz darauf an, ob unser Protest weiterhin so stark und sichtbar bleibt wie bisher. Das heißt also: Dranbleiben und weiter abschalten. Dazu gibt es in den kommenden Wochen jede Menge Möglichkeiten...
Übrigens: Diese Aktion kostet Geld für Organisation, Material und Vorbereitung. Du kannst mit einer Spende helfen, .ausgestrahlt zu unterstützen und solche Aktionen weiterhin möglich zu machen. .ausgestrahlt ist als gemeinnützig anerkannt.



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