Internationale Urankonferenz am 4. Februar in Münster
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Der Anfang allen Übels: Uran. Das Element ist der Rohstoff für die Brennelemente für Atomkraftwerke. Der Abbau und die Anreicherung von Uran sind Auslöser für extreme Umwelt- und Gesundheitsrisiken, oft wird in Uranminen unter menschenunwürdigen Bedingungen gearbeitet. Am 4. Februar kommen in Münster ExpertInnen und Interessierte zusammen, um über Neuigkeiten, Strategien und Konzepte im Streit gegen die Uranindustrie zu beraten. Im Mittelpunkt werden der weltweite Uranabbau, die Uranverarbeitung, die Urananreicherung sowie die Brennelemente-Fertigung stehen. Mehr dazu und Anmeldung unter: www.urankonferenz2012.de
Fragen und Antworten zur Herkunft des Urans gibts auch gesammelt in unserer Broschüre "Uran: der schmutzige Atombrennstoff" - zum Bestellen oder Herunterladen.
Ahaus-Alarm
Demo am Zwischenlager am 18.12.2011
2012 sollen unglaubliche 152 Castor-Behälter per LKW vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen gekarrt werden. Gefährlich und sinnlos, finden die Menschen im Münsterland. Denn die alten Brennelemente in den Castor-Behältern sind teilweise undicht, die Leichtbauhalle in Ahaus ist nahezu baugleich mit der in Jülich und daher nicht weniger unsicher.
Deswegen stellt Ahaus sich quer: "Kein Atommülltourismus - Jülich-Ahaus-Castoren stoppen" fordert das Bündnis Stop Westcastor und ruft zur Demo gegen den Transport auf. Die Aktion findet am Sonntag, den 18. Dezember um 14 Uhr vor dem Zwischenlager statt.
Mehr Informationen gibt es unter www.westcastor.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de und www.sofa-ms.de. Busse zur Demo in Ahaus sind u.a. aus Aachen, Duisburg, Jülich und Münster geplant, mehr dazu hier. Ein Flugblatt zu den geplanten Transporten kann hier heruntergeladen werden.
AKW-Neubauten in Polen und den Niederlanden? Verhindern!
Jetzt Stellungnahmen verschicken und Unterschriften sammeln
Es ist kaum zu glauben: Polen will in die Atomkraft einsteigen!
Und das, nachdem das Land nach der Wende schon einmal ausgestiegen war und zwei Atom-Bauruinen hinterlassen hat. Offensichtlich sind die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima an den polnischen Verantwortlichen spurlos vorüber gegangen. Hintergrundinformationen, Unterschriftenlisten zum Ausdrucken und Musterstellungnahmen zum Versenden an die polnischen Behörden gibts beim BUND Bundesverband und beim Umweltinstitut München.
Auch bei unseren Nachbarn im Westen gibt es erschreckende Planungen: auf dem Gelände des letzten noch betriebenen Atomkraftwerks der Niederlande, dem AKW Borssele, soll ein zweiter Kraftwerksblock neu gebaut werden - unter finanzieller Beteiligung des deutschen Miteigentümers RWE. Und das, obwohl der Altmeiler Borssele nach ursprünglichen Plänen bereits 2004 hätte abgeschaltet werden sollen! Weitere Informationen und Mustereinwendungen gibts bei contrAtom und beim BUND Landesverband NRW.
Aktionswochen gegen Atombürgschaften
12. November – 3. Dezember bundesweit
Nur drei Monate nach dem die Hälfte unserer Atommeiler stillgelegt wurden, will die Bundesregierung eine Milliardenbürgschaft für den Bau eines Atomkraftwerks in Brasilien übernehmen. Doch die Unterzeichnung des Bürgschaftsvertrags findet frühestens Januar 2012 statt. Darum ist genau jetzt die Zeit um zu protestieren: Lasst Euch nicht zu Atom-Bürger machen! urgewald, Campact und Attac rufen gemeinsam zu einer Postkartenaktion und bundesweiten Aktionswochen auf. Mehr Hintergrundinfos und Möglichkeiten zum Mitmachen gibt es bei www.urgewald.de. Die Postkarten könnt ihr auch im .ausgestrahlt-Shop bestellen.
Stromlüge, Atomlüge
Atomlobby macht Rechenfehler und beschwört zu Unrecht die Abhängigkeit von ausländischem Atomstrom
Kaum ist die Katastrophe von Fukushima etwas in den medialen Hintergrund gerückt, intensiviert die Atomlobby ihre Pro-Atom-Arbeit. Zuletzt leider erfolgreich. In den Zeitschriften Spiegel und Focus und auch in vielen weiteren Medien gab es prominente Beiträge, die über eine Zunahme von 673 Prozent der französischen und tschechischen Atomstromimporte berichteten. Leider wurde dabei verschwiegen, dass Deutschland trotz der Stilllegung der acht Atomkraftwerke auch im ersten Halbjahr 2011 in der Summe nach wie vor Strom ins Ausland exportiert hat.
Denn die Nachricht im Focus berief sich auf eine Zahl des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) - der sich dabei jedoch deutlich verrechnet hatte. Diesen peinlichen Fehler musste der BdEW nun zerknirscht zugegeben und seine Zahlen korrigiert: In der ersten Jahreshälfte 2011 wurden insgesamt vier Milliarden Kilowattstunden Strom mehr exportiert als importiert. Bei den Importen aus tschechien und Frankreich gab es statt fast 700 Prozent nur eine Steigerung von 15,7 Prozent.
Zum Stromaustausch mit Frankreich fasst Raimund Kamm von der bayrischen Initiative "Forum" treffend zusammen: Als Anfang April 2011 die Temperaturen um über 10 Grad stiegen, brauchten sowohl die viel elektrisch heizenden Franzosen wie Tschechen erheblich weniger Strom. Da man Atomkraftwerke ungern runterfährt, boten unsere westlichen und östlichen Nachbarn den Atomstrom zu Niedrigpreisen von geschätzt 2 bis 3,5 Cent je Kilowattstunde an. Da lassen die deutschen Stromkonzerne lieber ihre Brennstoff verbrauchenden fossilen Kraftwerke aus, kaufen zu den Dumpingpreisen den Strom und verkaufen ihn an Industriekunden für 8 bis 12 und an Privatkunden für über 23 c/kWh. Dies wird durch eine Aussage der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen der dt. Energiewirtschaft im Bericht ‚Energieverbrauch in Deutschland - Daten für das 1. Halbjahr’ am 1.9.11 eindrucksvoll bestätigt. Auf Seite 3 heißt es: „Der Stromaustauschsaldo weist seit Mai einen deutlichen Einfuhrüberschuss aus.“ Also nicht der Strombedarf Deutschlands treibt die Importe, sondern die außerhalb der Heizperiode brachliegenden AKW-Kapazitäten in Frankreich und Tschechien.
Und selbst hier geht es offenbar nicht unbedingt um tatsächliche Stromimporte. Teile der angeblichen Atomstromimporte aus Tschechien haben sich als norddeutscher Windstrom erwiesen, der über das tschechische Netz nach Bayern geleitet wird. Und die Stromlieferungen aus Frankreich werden zum Teil gar nicht in der Bundesrepublik verbraucht, sondern fließen lediglich durch hiesige Leitungen nach Italien. Mehr dazu in der .ausgestrahlt-Pressemitteilung zum Thema...
Übrigens: Schon im April hatte der WWF darauf hingewiesen, dass es keine steigenden Atomstromimporte gebe.
Damit sich nicht nur die krummen Zahlen der Atomlobby, sondern auch die Wahrheit über die Stromlüge verbreiten, informiere deine FreundInnen und Bekannte und schreibe einen Leserbrief!
Explosion in französischer Atomanlage
Atomare Kettenreaktion oder Industrieunfall?
Am Montag, 12. September, hat sich in der französischen Atomanlage Marcoule eine Explosion ereignet. Ein Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle fing Feuer, dabei wurde ein Mensch getötet und mehrere verletzt. Nach anfangs widerspüchlichen Angaben erklärten die französischen Behörden und der Betreiber der Anlage nahe Avignon später, bei dem Unfall sei keine Radioaktivität entwichen.
In Marcoule wurden jahrelang Atomreaktoren betrieben, die mittlerweile aber alle stillgelegt sind. Zuletzt musste der stark pannenanfällige Schnelle Brüter "Phénix" im vergangenen Jahr seinen Betrieb einstellen. Nichtsdestotrotz ist der Unfall in Marcoule beunruhigend: Auf dem Gelände der Anlage werden nicht nur radioaktive Abfälle gelagert und behandelt wie in dem betroffenen Ofen, sondern unter anderem auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente hergestellt. Das hochgiftige Plutonium hat eine extrem lange Halbwertszeit und kann schwere Schäden anrichten, wenn es in die Umwelt gelangt.
Über Hergang und Ursache der Explosion herrscht jedoch noch Unklarheit und Verwirrung: Ein Sprecher des französischen Lobbyverbands der Atombranche sprach von einer "kleinen nuklearen Kettenreaktion", bei der genug Hitze entstanden sei, um die Explosion auszulösen. Die Atomsicherheitsbehörde und der Betreiber erklärten hingegen den Vorfall gestern Abend als "erledigt", der Krisenstab der Regierung wurde aufgelöst. Sollte sich der Unfallhergang im Zusammenhang mit der atomaren Kettenreaktion bewahrheiten, wäre es in keiner Weise mehr gerechtfertigt, nur von einem "Industrieunfall" statt eines "Atomunfalls" zu sprechen, wie es die französischen Behörden momentan tun. Diese Politik passt ins Bild über den Umgang von Betreibern und Behörden mit dem Unfall: Die Öffentlichkeit wurde kaum informiert, laut Berichten aus der Anlage in Marcoule wurden selbst die Beschäftigten erst Stunden nach dem Unfall gewarnt und durften die Anlage für längere Zeit nicht verlassen. Eine lückenlose öffentliche Aufklärung des Unfalls, wie sie das französische Anti-AKW-Netzwerk "sortir du nucléaire" fordert, ist das Mindeste, was hier an Nacharbeit nötig ist.
Mehr und detailliertere Informationen zum Unfallhergang gibt es bei Greenpeace nachzulesen, ausführliche Berichte liefert außerdem tagesschau.de.
Atomausstellung zum Ausleihen
Der Name sagt alles, was man wissen muss: "Die Atomausstellung". Schautafeln mit Infografiken erklären viel üblicherweise schwer verdauliches Wissen über Krebserkrankungen um AKW, über Castor-Transporte, Strahlenschutz, Energieverbrauch und Uranabbau. Denn der Ansatz der Ausstellung ist, gerade jüngeren Menschen Fakten zu liefern und eine Meinungsbildung zu ermöglichen - und zwar jenseits der Propagandamaterialien der Atomlobby. Deswegen lässt sich die "Atomausstellung" auch kostenlos ausleihen und an Schulen, Gemeinden, Kirchen aufbauen. Erste Eindrücke von der Ausstellung kann man hier gewinnen, Informationen zum Verleih gibt es beim Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg.
Grenzüberschreitende Demos am 17./18. September
Gegen Atomkraft in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland
Das Wochenende vom 17./18. September 2011 ist dem grenzüberschreitenden
Widerstand gegen Atomkraft in gewidmet. Die Aktionen im Einzelnen:
Samstag, 17. September
- Menschen aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg demonstrieren gemeinsam in Perl gegen das im Dreiländereck gelegene französische Pannen-AKW Cattenom: cattenom-non-merci.de
- Vom belgischen Huy aus zieht eine Demonstration mit deutschen, niederländischen und belgischen Teilnehmern zum AKW Tihange, wo eine dreisprachige Abschlusskundgebung stattfindet: stop-tihange.org
- Im französischen Bonnet (ca. 50 Km westlich von Nancy) findet Samstag und Sonntag ein kleines buntes Festival gegen das geplante Endlager im benachbarten Bure statt: festivaldebonnet2011.over-blog.com
- ebenfalls Samstag und Sonntag findet ein Vernetzungscamp mit Aktivisten aus Rußland an der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau nahe der niederländischen Grenze statt: sofa-ms.de
Sonntag, 18. September
- Gegen das französische AKW Fessenheim wird binational direkt im deutsch-französischen Grenzgebiet protestiert. Auf drei Rheinbrücken finden Demos und Blockaden statt: Auf der Rheinbrücke Breisach/Neuf-Brisach, auf der Rheinbrücke Neuenburg/Chalampé und auf der Rheinbrücke Nonnenweiher/Gerstheim.
Europaweite AKW-Blockaden
Ziviler Ungehorsam in England, Finnland und der Schweiz
Die Blockade der Zufahrtsstraßen zu den Atomkraft-Anlagen im finnischen Olkiluoto fand bereits am 20. August statt. Mehrere hundert Menschen nahmen an der Aktion teil, bei der insgesamt 50 AtomkraftgegnerInnen verhaftet wurden. Auf dem Gelände in Olkiluoto befindet sich neben zwei Reaktorblöcken in Betrieb die weltweit erste Anlage des Typs Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) im Bau.
"Mühleberg AUSsitzen" - unter diesem Motto veranstaltet u.a. das Bündnis AKW-ADE ab dem 4. September eine mehrtägige Sitzblockade zur Behinderung der Nachrüstungsarbeiten am Schweizer AKW Mühleberg. Der altersschwache Meiler befindet sich zur Zeit in Revision und soll nach Plänen des Betreibers im Laufe des Monats zurück ans Netz. AKW-ADE hatte zuvor eine 77-tägige Dauermahnwache vor dem Hauptsitz des Mühleberg-Betreibers im Zentrum von Bern initiiert. Das Camp war am 21. Juni geräumt worden.
Für den 3. Oktober ruft das Netzwerk Stop New Nuclear zu einer Massenblockade des AKW-Geländes Hinkley Point im britischen Somerset auf. In Hinkley Point befinden sich zur Zeit 2 Reaktorblöcke in Betrieb (B1+B2), der Protest richtet sich aber vor allem gegen den geplanten Neubau zweier EPR-Reaktoren (C1+C2) mit jeweils 1650 MW Leistung.
Blockaden von Atomanlagen in Deutschland: Vom 18.-19. Juni blockierten mehr als 200 AktivistInnen der Initiative X-tausendmal quer die Tore des damals in Revision befindlichen AKW Brokdorf. Im Rahmen der laufenden Kampagne gorleben365 ketteten sich AktivistInnen von X-tausendmal quer am 24. August an die Tore der Endlagerbaustelle in Gorleben und brachten dadurch den Betrieb des geplanten Endlagers vollständig aus dem Arbeitsrhytmus.
Atomkonzerne rücken von AKW-Neubauten ab
Energiewende macht RWE, EON und Vattenfall einen Strich durch ihre Rechnungen
Gute Nachrichten aus Großbritannien und Schweden:
RWE und Eon wollten nach ursprünglichen Planungen mit dem Gemeinschafts-unternehmen Horizon Nuclear Power in Großbritannien bis 2025 fünf bis sechs neue Reaktoren bauen und dafür bis zu 17 Milliarden Euro investieren. Doch die deutsche Energiewende drückt natürlich die Gewinne und Investitionsmöglichkeiten der Konzerne. "Wir warten auf die nächsten Schritte der Regierung", sagte ein RWE-Sprecher auf einmal ganz unkonkret.
Heute berichtet die taz, Vattenfall habe seinem Kooperationspartner eine Absage für einen geplanten AKW-Neubau in Schweden erteilt. Das Kraftwerk sollte nach den Planungen in den 2020er Jahren in Betrieb gehen. Doch Schweden ist aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren auf dem Weg zu einem Stromüberschuss - und damit rechne sich der Neubau nicht mehr, vermutet die energiepolitische Sprecherin der schwedischen Grünen.
Dammbruch im hochwasserbedrohten US-AKW Fort Calhoun
zeitweiliger Notstrombetrieb und Wasser im Turbinenhaus
Neue Hiobsbotschaften aus Nebraska, USA (siehe auch voriger Eintrag):
Am Sonntag ist der künstliche Schutzdamm um das AKW Fort Calhoun kollabiert und der Meiler steht nun vollständig im Wasser.
Zunächst ist daraufhin am Sonntag die externe Stromversorgung des Kraftwerks ausgefallen, da eine Umspannanlage und ein Transformator direkt am Gebäude überflutet wurden. Die Notstromdiesel konnten nach Angaben des Betreibers die Kühlung des Reaktorkerns und des integrierten Atommülllagers sicherstellen. Inzwischen sei eine externe Stromversorgung wieder hergestellt. Sollte die Kühlung ausfallen, droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze wie im AKW Fukushima.
Am Montag berichten US-Medien, dass das Wasser mittlerweile ins Turbinenhaus des AKW eingedrungen sei. Der Sprecher der Betreiberfirma teilte mit, dass dort kein nukleares Material lagere und alles "secure and safe" sei. Es würden Pumpen eingesetzt und Arbeiter prüften, ob der kollabierte Damm repariert werden könne oder ersetzt werden müsse.
Die Lage bleibt weiter sehr kritisch, denn das Hochwasser steigt und kann noch Monate anhalten. Über dem Gebiet wurde eine Flugverbotszone eingerichtet.
Die Nachrichtenlage in deutschen Medien ist weiterhin prekär. Wir verfolgen die dramatischen Entwicklungen in Fort Calhoun so gut es geht und werden unsere Einträge dazu hier updaten. Einen aktuellen Artikel gibt es bei der Süddeutschen Zeitung. Auch die AntiAtomPiraten berichten auf ihrer Seite.
US-AKW von Hochwasser bedroht
Nachrichtensperren und gefährdete Kühlsysteme
Zwei Atomreaktoren sind derzeit vom Hochwasser des Missouri River in den USA betroffen. Insbesondere das AKW Fort Calhoun im Bundesstaat Nebraska ist im Fokus der Aufmerksamkeit: Das Kraftwerk ist seit Beginn des Hochwassers Anfang Juni von Wassermassen eingeschlossen. Eine Überflutung der elektrischen Schaltanlagen und Kühlpumpen des Reaktors kann zum Ausfall der Kühlung - und im schlimmsten Fall zur Kernschmelze wie in Fukushima führen. Der Meiler in Fort Calhoun ist zwar momentan wegen Wartungsarbeiten nicht am Netz, aber in den Abklingbecken im Reaktorgebäude lagern die verbrauchten Brennelemente der vergangenen Jahre, die ebenfalls durchgehend gekühlt werden müssen. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW befürchtet nun, dass das Wasser bereits in die Kellerräume des AKW Fort Calhoun eingedrungen ist. Tatsächlich meldeten die Betreiber bereits am 7. Juni, dass im Schaltraum ein Feuer ausgebrochen sei. Die Kühlung der Abklingbecken war daraufhin für 90 Minuten unterbrochen. Am 16. Juni wurde gar ein "Loch im Boden" des AKW gefunden. Momentan dichten Einsatzkräfte den Reaktor mit Sandsäcken ab und versuchen, das Eindringen des Wassers zu verhindern. Der Wasserstand liegt gegenwärtig etwa einen halben Meter höher als der Boden des Reaktors.
Das Atomkraftwerk Cooper, das weiter nördlich am Missouri liegt, ist mittlerweile ebenfalls von den Wassermassen bedroht. Auch dort dichten Beschäftigte mit Sandsäcken das Kraftwerk ab. Im Gegensatz zu Fort Calhoun ist Cooper weiterhin am Netz und läuft bei voller Leistung. Die Betreiber wollen das AKW nur dann herunterfahren, wenn der Wasserstand noch weiter steigt. Die Gefahr besteht allerdings: Meteorologen sagen höhere Fluten voraus und warnen vor Tornados.
Erstaunlich ist dabei, dass sich weltweit kaum Nachrichten über die Situation der AKW finden lassen. Erst seit einigen Tagen berichten kleinere Medien wie die taz oder die Junge Welt darüber. Die Anti-Atom-Piraten zitieren pakistanische Quellen, die von einer Nachrichtensperre sprechen. Aktuelle Informationen zu den beiden AKW liefern daneben derzeit auch Greenpeace und auch Contratom. Am 22. Juni veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Artikel über die beiden unter Wasser stehenden AKW.
Die Debatte um den Hochwasserschutz von AKW wird durch die Zwischenfälle in den USA noch einmal befeuert. Nach dem Super-GAU in Fukushima hatte die Reaktorsicherheitskommission einer Reihe der AKW in der Bundesrepublik nur mangelhaften Hochwasserschutz bescheinigt. Nun kommt ans Licht, dass eine Sicherheitsüberprüfung im vergangenen Jahr an eben jenem jetzt betroffenen AKW Fort Calhoun festgestellt hatte, dass dieses im Falle einer Flut nicht ausreichend geschützt sei. Und auch das AKW Fessenheim an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich ist laut einer neuen Studie nicht sicher vor Hochwasserschäden.
3 Monate nach Fukushima
Großproteste gegen Atomenergie in Japan | radioaktives Strontium im Grundwasser nachgewiesen
In Japan formiert sich eine Anti-AKW-Bewegung und sie ist bunt, laut, wütend und generationsübergreifend. Am Samstag, 11. Juni, gingen in mehreren Städten Zehntausende Menschen auf die Straße, um für den Ausstieg Japans aus der Atomenergie zu demonstrieren. Momentan sind noch 19 der 54 japanischen AKW, die vor der Katastrophe von Fukushima am Netz waren, in Betrieb.
Einen Eindruck von der Großdemonstration in Tokio bekommst du in diesem Video (mit englischen Untertiteln). Die Neue Züricher Zeitung berichtet in einem Artikel über die Demos.
Derweil wurde bei den beschädigten Reaktoren Fukushima 1 und 2 erstmals auch im Grundwasser radioaktives Strontium nachgewiesen. Zudem hat der Betreiber Tepco eingeräumt, dass möglicherweise sechs weitere Arbeiter einer Überdosis radiokativer Strahlung ausgesetzt wurden. Und auch in einer Hunderte von Kilometern von Fukushima entfernten Teeanbau-Provinz wurde radioaktive Strahlung gemessen.
Aktuelles über die schlimmen Folgen der Atomkatastrophe bei Greenpeace.
Weitere überregionale Anti-Akw-Proteste im Juni
Demo in Biblis, Demo gegen Temelin, Umzingelung in Fessenheim, Kundgebung in Gronau
Am Sonntag, 19. Juni ruft das Bündnis "AK.W.ENDE" zur "Aus bleibt Aus"-Demo gegen die Bereithaltung eines Reaktors als Kaltreserve am AKW Biblis auf. Los gehts um 14 Uhr am Bahnhof in Biblis: www.akwende.blogsport.de
Am Samstag, 25. Juni Demonstration gegen den geplanten Ausbau der Reaktorblöcke 3 + 4 des AKW Temelin in Tschechien mit Beteiligung aus Deutschland, Tschechien und Österreich: www.temelin.de
Für Sonntag, 26. Juni ruft das „Aktionsbündnis Fessenheim stilllegen jetzt!“ zu einer Menschenkette um das Atomkraftwerk Fessenheim (Frankreich) auf. Menschen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland werden gemeinschaftlich das Ende der Atomenergie fordern: www.vorort.bund.net
Am Sonntag, 3. Juli gibts ein Straßenfest und eine Kundgebung gegen die Urananreicherungsanlage Gronau: www.aku-gronau.de
Und weiterhin wöchentlich bundesweit in vielen Orten: Montags-Aktionen für den Atomausstieg - Fukushima ist überall!
Noch mehr lokale Aktionen und Termine findest du hier.
Tepco pleite - Allgemeinheit zahlt für Super-GAU
Es zeigt sich wieder: AKW sind unversicherbar
Nur zwei Monate hat es gedauert, dann war der japanische Atomkonzern Tepco bankrott. Am 10. Mai beantragt der Betreiber der Unglücksreaktoren in Fukushima finanzielle Hilfe beim japanischen Staat. Die Kassen seien durch den nötigen Zukauf an Mineralöl für die Stromversorgung des Landes leer, begründen dies die Unternehmens-Sprecher, wenn nun auch noch die Anwohner des AKW Fukushima entschädigt werden sollten, müsste der Staat einspringen. Die Gewinne, die der Konzern in den vergangenen Jahren mit seinen Atomreaktoren machte, wurden dagegen nicht mit der japanischen Gesellschaft geteilt, Tepco strich diese selbstverständlich alleine ein.
Jetzt ist es also auch offiziell so weit: Die Allgemeinheit muss nun nicht nur die gesundheitlichen Folgen des Super-GAUs in Fukushima tragen, sondern auch die finanziellen. Im Prinzip war dies vorauszusehen, liegt doch die fehlende finanzielle Absicherung von AKW und die Abwälzung der Schäden auf die Allgemeinheit im System Atomkraft begründet: Kein Reaktor hat eine ausreichende Haftpflichtversicherung, denn der Strom aus den Kraftwerken wäre mit so einer Versicherung enorm teuer und schlicht nicht konkurrenzfähig.
Just einen Tag nach Tepcos Pleite-Bekenntnis belegt die hiesige Versicherungswissenschaft ein weiteres mal, wie unwirtschaftlich Atomkraftwerke tatsächlich sind: Die Versicherungsforen Leipzig legen eine Studie im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energien vor, in der sie den Strompreis aus AKW auf astronomische 2,36 Euro pro Kilowattstunde beziffern, müssten sich deren Betreiber ausreichend versichern. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde Ökostrom kostet heute etwa 23 Cent.
Weil wir finden, dass ein Atomkraftwerks-Betreiber auch im Katastrophenfall selbst für sein Kraftwerk haften muss und nicht allein die Gewinne einstreichen darf, haben wir eine Unterschriften-Aktion gestartet, mit der wir sofort eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für AKW fordern. Der Effekt so einer Versicherung: Bei dem sich dann ergebenden, absurd hohen Strompreis wären sämtliche AKW auf einen Schlag völlig unrentabel - und würden sofort vom Netz gehen. Haftpflicht-Erklärung auch unterschreiben...
Atomlobby trifft sich in Berlin
Protestcamp und andere Aktivitäten ab 15. Mai
Ab Montagabend trifft sich die Atomlobby in Berlin zur "Jahrestagung Kerntechnik". Nach einem kleinen Schreck wegen des Fukushima-Super-GAU ist die Lobby jetzt wieder sehr aktiv. Also ein guter Anlass für Protestaktionen, von denen es einige gibt:
- Bereits ab Sonntag, 15. Mai, organisieren die Initiative Initiative ATOMconcern und andere Gruppen ein viertägiges Camp auf dem Alexanderplatz mit vielen und vielfältigen, kreativen, lauten, aber auch informativen Aktionen rund ums Thema Atomkraft (besonders am Dienstag, 17. Mai). Dabei soll der Protest vom Camp aus zu den Toren des Atomforums getragen werden. Für jede Menge Mitmachspaß sorgen Aktionstrainings sowie Flashmobs. Bands wie die „Ohrboten“ und die Straßentheater-Gruppe „Berlin lacht“ sorgen für Unterhaltung.
- Unter dem Motto „Atomforum treffen - kein Forum dem Atomforum“ beginnt am Montag, 17 Uhr, am Schlesischen Tor eine Demonstration zum ehemaligen Kino Kosmos, an dem die Atomlobbyisten sich zum gemütlichen Abendessen treffen wollten. Angeblich kneifen sie mittlerweile - nachschauen schadet nicht. Zu der Demo ruft auch .ausgestrahlt auf.
Mehr Informationen zu den Aktionen findest Du bei Anti-Atom Berlin.
Am Montagvormittag (16. Mai) wollen wir 25.000 Dosen Atommüll bei Bundeskanzlerin Merkel abladen. (Am gleichen Tag wird übrigens die Reaktorsicherheitskommission ihren Bericht der Regierung übergeben.) Das Münchner Kulturfestival "Tollwood" hatte im Winter in nur vier Wochen von zigtausenden MünchnerInnen ein symbolisches kleines „Atommüllfass“ mit Unterschrift erhalten, um diesen Atommüll an Bundeskanzlerin Angela Merkel zurückzusenden. Gleichzeitig unterschrieben die MünchnerInnen den Appell "Atomkraft abschalten", wie insgesamt eine viertel Million Menschen.
Der Menschenstrom gegen Atom in der Schweiz schwillt an
Großdemo am 22. Mai in der Schweiz | Die Schweiz, Atomkraft und der Widerstand
Die Schweiz, bekannt als Naturparadies, Heimat von Heidi und eines der beliebtesten Reisezielen von Japanern, setzt seit Jahren auf Atomenergie. Mit Beznau 1 betreibt sie den ältesten noch in Betrieb stehenden Siedewasserreaktor der Welt, fünf Atomkraftwerke decken rund 33% des Energiebedarfs der BürgerInnen. Zwar war die Nutzung der Atomkraft immer umstritten, der Protest im Alpenstaat aber nicht durchgehend stark. Während in Deutschland besonders nach Tschernobyl der sowieso bestehende Protest gegen Atomenergie weiter anschwoll, verzeichnete die Schweizer Anti-Atom-Bewegung erst Ende der 1980er Jahre einen erkennbaren Zuwachs. Noch 1995 hielten gerade einmal 45% der wahlberechtigten Schweizer die Risiken von Atomkraft für nicht tragbar. Doch das hat sich mittlerweile deutlich geändert: Besonders die auch bei uns durchaus bekannte Endlagerproblematik hat vor allem in den letzten Jahren die Akzeptanz für AKW in der Schweiz drastisch schrumpfen lassen.
Trotz der Skepsis in der Bevölkerung war kurz vor dem Unglück in Fukushima der Bau weiterer Kraftwerke in Planung. Drei Kraftwerksneubauten sollten in den nächsten Jahren realisiert werden. Die Überprüfung der Gesuche liegt zwar seit Fukushima derzeit auf Eis, aber einem lang anhaltenden Frieden trauen die Schweizer AKW-Gegner nicht. Kritik vor allem aus dem großen Nachbarland war seitens der Regierung eher unerwünscht, verzeichnete die deutsche Anti-Atomkraftbewegung doch gerade in den letzten Jahren einen erheblichen Zulauf auch im Süden, in Grenznähe zur Schweiz.
Doch der unüberhörbare Protest im eigenen Land wird immer lautstarker: Mit einem Menschenstrom gegen Atom, einer familienfreundlichen Großdemonstration wollen die Schweizer ein kraftvolles Zeichen setzen, gerade im konservativen Kanton Aargau, wo sich die AKW regelrecht häufen. Im Demokratiemusterland kann eine solche Großbewegung einen Wind erzeugen, der den Energiekonzernen wie Alpiq und der Regierung sicher nicht gefallen wird. Den klaren Forderungen seitens der OrganisatorInnen, aus der Atomenergie auszusteigen und alles auf die Förderung der regenerativen Energien zu setzen, wird am 22. Mai lautstark Gehör verschafft. Denn auch die Schweiz kann es schaffen, ohne die Atomenergie zu bestehen und aus der Risikotechnologie endlich auszusteigen!
Mehr zum großen „Menschenstrom“, dem Ablauf und den Treffpunkten am 22. Mai und zum Protest in der Schweiz: http://www.menschenstrom.ch/
RWE-Hauptversammlung in Essen
Gegenwind für Großmann
Jürgen Großmann, dem Chef des Energiekonzerns und Biblis-Betreibers RWE, steht heute ein stürmischer Tag bevor. Auf der Hauptversammlung der RWE-Aktionäre und -Aktionärinnen wird mit jeder Menge Gegenwind für den verbissenen Atomkurs Grossmanns gerechnet.
Für deutlichen Ärger hat in den letzten Wochen vor allem die Reaktion des Konzerns auf das AKW-Moratorium der Bundesregierung gesorgt: RWE hatte gegen die vorübergehende Stilllegung seines Uralt-AKWs Biblis geklagt. Die Umweltschutzorganisation urgewald und der Dachverband Kritischer Aktionäre fordern jetzt den Rücktritt Großmanns und von dem Energiekonzern eine deutliche Wende in ihrer Atompolitik. Und auch in den Reihen von RWE gibt es mittlerweile massive Kritik an Grossmann: Bereits auf einem Treffen der kommunalen RWE-AnteilseignerInnen, das gestern zur Vorbereitung auf die heutige Hauptsitzung stattfand, haben mehrere AktionärInnen ein Hühnchen mit Großmann gerupft und ihn offen für seine Atompolitik angegriffen.
Die steifste Brise wird Großmann aber wohl direkt vor der Gruga-Halle in Essen erwarten, wo die Hauptversammlung stattfindet. Dort haben verschiedene Anti-AKW-Initiativen Blockaden angekündigt, um den Energie-Dinosaurier RWE lahmzulegen. Dies ist ihnen erfolgreich gelungen, über 20 Minuten später konnte die Veranstaltung erst beginnen, da den Aktionären durch Aktionen der Eingang versperrt wurde. Mehr zu der Aktion unter: http://rweabschalten.blogsport.de/, Artikel zu den erfolgreichen Blockaden unter: www.derwesten.de
Ein Tag zum Zeichen setzen
Kreativer, bunter und ausgefallener Protest am 25. April
Mit dem Segelschiff nach Brunsbüttel, mit dem Trecker nach Lubmin, in Neckarwestheim zum Anti-AKW-Ohrwurm der Rabiatisten tanzen oder in Grafenrheinfeld 1000 Luftballons in den Himmel steigen lassen.
So buntes Treiben, wie es für den kommendem Ostermontag geplant ist, hat es an so vielen AKW-Standorten gleichzeitig bestimmt noch nicht gegeben. Obwohl der Anlass ernst ist, gestaltet sich der Protest bunt und vielfälltig an diesem Tag. Ein paar Beispiele: In Krümmel soll unter dem Motto "Einfach leben" gezeigt werden, wie eine Welt ohne Atomkraft aussehen könnte. Hier werden neue und bereits vorhandene Alternativen im Bereich der regenerativen Energien und damit auch neue Möglichkeiten im sozialen Miteinander aufgezeigt. Die Piraten und Abenteurer unter Euch können mit dem Schiff nach Esenshamm kommen und dort das AKW nicht nur von der Land- sondern auch von der Wasserseite aus umzingeln. Im ganzen Braunschweiger Land werden so genannte Haltestellen verteilt sein, die jedem als Informations- und Anlaufpunkt dienen sollen und von denen es dann zu einem verabredeten Zeitpunkt losgeht zur großen Kundgebung bei Schacht Konrad. An der Urananreicherungsanlage Gronau wird eine Schlepperdemo für Aufsehen sorgen.
Egal an welchem Standort, überall gibt es vielfältige und kreative Aktionen und jeder Ort ist eine Reise wert.
Überall in Deutschland und auch weltweit werden wir unsere Betroffenheit über die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima zeigen, aber auch unseren festen Willen, jetzt für immer Schluss zu machen mit der Atomkraft. Denn: Gemeinsam sind wir nicht nur bunt, sondern auch ganz schön stark!
- Eine Übersicht aller Aktionen findet ihr hier
- hier gibt es den exklusiven Tschernobyl25-Geldbeutel
Weltweit Proteste gegen Atomenergie
Heute unter anderem Demos in Amsterdam und Kalifornien
Wenn wir in Deutschland demonstrieren, richtet sich unsere Abschalt-Forderung in erster Linie an die Bundesregierung. Denn die Zukunft der AKW wird hauptsächlich von den Regierungen bestimmt. Aber natürlich reicht es nicht, die AKW in Deutschland abzuschalten: Das Risiko ist international. Ein Atomunfall in Frankreich ist für die meisten hierzulande genauso nah wie einer in Krümmel. Und sogar aus Japan kommt Strahlenbelastung an.
Deshalb wollen wir natürlich das Ende der Atomenergie weltweit - unsere Forderung erreicht aber erstmal nur die hiesige Regierung. Doch zum Glück wird auch in anderen Ländern demonstriert, gibt es auch in anderen Ländern eine aktive Anti-AKW-Bewegung. Zum Beispiel in Amsterdam am heutigen Samstag, 16. April. Die Niederländer sammeln online Unterschriften: Ich habe genug von der Atomenergie / Ik heb schoon genoeg van Kernenergie.
Am gleichen Tag wird auch in Kalifornien demonstriert. Dort reiht sich in einer extrem erdbebengefährdeten Region AKW an AKW. Die USA sind ein großes Land, deshalb gibt es auch noch weitere Proteste.
In Frankreich bereiten sich wie in Deutschland seit Wochen Gruppen auf Proteste am 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe vor. Sie sammeln die Protestermine sogar weltweit. Die französiche Anti-Atom-Organisation Sortir du nuclaire ist hier erreichbar.
Ende April findet in Taiwan eine große Anti AKW Demo statt.
Und nicht zuletzt in Japan: Waren AKW-GegnerInnen dort lange -wie in Deutschland - fast als Spinner verschrieen, haben nun viele verstanden, dass Atomenergie teuer ist. Dass sie Schäden in Milliardenhöhe anrichtet und vor allem Menschenleben kosten kann. Die neue Stimmung in Japan drückt sich auch in großen Demonstrationen aus. Die größte Anti-Atom-Organisation in Japan ist das Citizen`s Nuclear Information Center (CNIC), das (ähnlich wie Greenpeace) eine enorme Komptenz zu Atomenergie und ihren Gefahren bündelt.
Die Anti-AKW-Bewegung ist international. Wir von .ausgestrahlt können da lange nicht alles aufgreifen und unterstützen, wir haben alle Hände und Köpfe voll zu tun mit dem, was wir hier tun. Wenn es uns gelingt, in Deutschland Atomkraftwerke endgültig abzuschalten und zu beweisen, dass ein Industrieland wunderbar auch mit erneuerbaren Energiequellen auskommt, dann ist das auch ein Zeichen für andere Länder.
Ein neuer Anti-AKW-Song: Fukushima Slot Machine
"Jedes Atomkraftwerk ist ein unverantwortbarer Leichtsinn und ein Verbrechen gegenüber unserer Zukunft.", meint der Künstler Nik Page. Er ist wütend über die Rücksichtslosigkeit der Atom-Mafia und betroffen über die Katastrophe in Fukushima.
Aus dieser Betroffenheit entstand der Song "Fukushima Slot Machine", den Page kurzentschlossen gemeinsam mit seinem Sci-Fi-Synth-Pop-Projekt aufgenommen hat.
Der Erlös aus dem Verkauf des Songs soll an .ausgestrahlt gespendet werden. Wir sagen Danke - und loskaufen:
Den Song könnt Ihr hier hören.
und z.B. hier erwerben.
Widerstand in Japan - Teil 2
Der japanische Protest wächst von Tag zu Tag
Pünktlich zum "No Nuke Global Action Day" am Sonntag, 10. April sind unsere Fahnen in Japan angekommen. Neben Transparenten mit Sprüchen, wie: "Nie wieder Fukushima" oder "Nein zum Atom" wurden auch sie durch die Straßen von Tokyo getragen (hier strahlt die Anti-Atom-Sonne in Japan). Im Rahmen dieses "Global Action Day" demonstrierten am Wochenende in Tokyo Tausende gegen die japanischen Atomkraftwerke.
Wärend einige Medien von 5000 DemonstrantInnen sprechen, haben andere mehr als 17.000 Menschen gezählt.
Egal, wie viele Tausend es letztendlich waren, für Japan sind diese Zahlen eine kleine Sensation. Denn Demonstrieren gehört dort überhaupt nicht zur Tagesordnung.
Und egal, ob 5000 oder 17.000: Dieses Wochenende hat wieder gezeigt, wie sehr die Menschen weltweit am Atomausstieg interessiert sind. Auch in New York, Rennes und Berlin gingen viele im Rahmen des Gobal Action Day auf die Straße, um ihre Solidarität mit den japanischen Demonstranten auszudrücken.
Eine Japanerin, die bereits Fahnen und Buttons bei uns bestellt hat, schrieb uns, dass die Medien in ihrem Land kaum über Demonstrationen informieren. Wer in Japan mehr zu anstehenden oder vergangenen Aktionen in Erfahrung bringen möchte, muss dies über Twitter oder direkt über die Seiten der Veranstalter tun.
Weitere Berichte zu den Protesten in Japan:
- zur japanischen Proteskultur in der Taz
- zu den Anti-Atom-Protesten in Japan bei Reuters
Auch in vielen anderen Ländern wächst der Protest. Zum Beispiel in den Niederlanden, dort ist für den 16. April eine Demo in Amsterdam geplant. Näheres dazu erfahrt ihr hier.
Bundesregierung will Atomexport nach Brasilien subventionieren
Campact und urgwald starten Unterschriftenaktion
Was mittlerweile beinahe jede und jeder weiß: Die Bundesregierung hat hierzulande ein Moratorium für besonders alte AKW beschlossen, um Sicherheit vorzugaukeln.
Was viele nicht wissen: Die selbe Regierung investiert gleichzeitig aktiv in Atomanlagen in den Risikogebieten dieser Erde.
Seit Regierungsantritt der schwarz-gelben Koalition werden in Deutschland wieder Atomexporte ins Ausland mit staatlichen Garantien abgesichert. Sogenannte Hermesbürgschaften in Millionenhöhe ermöglichen es deutschen Firmen, Atomkrafttechnologie in Erdbebengebiete und Entwicklungs- und Schwellenländer zu exportieren. Sollten die ausländischen Abnehmer nicht zahlen, springt der deutsche Staat ein und übernimmt die entstehenden Kosten. Gegen die Subvention dieser Atomexporte haben urgewald, Campact und attac jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet.
In einer Pressemitteilung schreibt urgewald, dass die Hermesleitlinien von 2001 den Export von Nukleartechnologie ausschlossen, “kaum jedoch war die neue Regierung an der Macht, schaffte sie die Hermesleitlinien ab und gab eine Bürgschaft über 1,3 Milliarden Euro an Areva/Siemens für den Bau des brasilianischen Atomkraftwerks Angra 3″.Dass brasilianische Umweltschützer schon seit Jahren versuchen, den Bau des AKWs zu verhindern, da es in einer potenziellen Erdbebenzone liegt, ein veralteter Reaktortyp gebaut werden soll und der einzige Evakuierungsweg häufig durch Erdrutsche blockiert wird, scheint kein Grund zu sein, von den Exporten abzusehen.
An der Aktion „Atomtod exportiert man nicht“ teilnehmen und den Apell unterschreiben kann man hier. Auf der Website von urgewald gibt es auch mehr Infos zu dem geplanten AKW Angra 3.
Widerstand in Japan
Anti-Atom-Sonnenaufgang auf japanisch, Übersee-Paketversand und mehr
Vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan flammen die Anti-Atomkraft-Proteste weltweit auf. In der Bundesrepublik finden derzeit die größten Demonstrationen in der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung statt, jeden Montag halten Tausende Mahnwachen ab und die Anti-Atom-Sonne ist überall zu sehen.
Aber was passiert in Japan? Das Land, das seine Energie zu einem Großteil aus Atomkraft bezieht und in dem bis jetzt lediglich ein paar hundert Menschen auf die Straße gegangen sind, kämpft nun gegen eine atomare Katastrophe. Strahlenwerte und verseuchtes Trinkwasser, Gemüse und Fisch sind dort plötzlich normaler Bestandteil des Alltags. Und obwohl es in Japan nicht üblich ist, auf die Straße zu gehen, wächst nun auch dort der öffentliche Protest gegen Atomenergie.
In den vergangenen Wochen haben einige Tausend JapanerInnen in der Öffentlichkeit ihrer Wut und Ihrem Entsetzen über die Katastrophe Ausdruck verliehen. Am Wochenende marschierten knapp 500 Menschen mit Trommeln, Lautsprechern und Plakaten am Sitz des verantwortlichen Energiekonzerns Tepco vorbei und skandierten „Wir brauchen keine Kernkraft!“ Für den 10. April gibt es Planung aus Japan für einen globalen Aktionstag mit dem Motto: „Stop the Nuclear Power Plant!“ In der japanischen Kultur, in der Demonstrationen und Widerstandsbewegungen faktisch nicht vorkommen, bedeuten die Proteste der letzten Wochen eine kleine Revolution.
Doch jetzt soll auch in Japan die Anti-Atom-Sonne aufgehen! In den letzten Tagen erreichten uns Mails aus Japan mit Bestellungen für Fahnen, Aufkleber und Buttons. Im .ausgestrahlt-Büro machen wir uns nun also zum Übersee-Versand kundig und blicken mit Spannung auf die erwachende Bewegung in Japan.
Mehr zum Protest in Japan:
- Meldung im Greenpeace-Magazin
- Website des Citizens' Nuclear Information Center, der größten japanischen Anti-AKW-Initiative (englisch)
- ARD-Reportage über die Proteste in Japan
- Bericht in der taz über den Umgang mit der Strahlenbelastung in Japan
Zu den Begriffen GAU und Super-GAU
Nichts ist gut in Fukushima
GAU ist der größte anzunehmende Unfall - man sollte meinen, das wäre eine Katastrophe wie die von Tschernobyl oder jetzt in Japan. Doch das Wort "anzunehmende" meint nicht so etwas wie "möglich" oder "denkbar". Es handelt sich um einen technischen Begriff: Der größte Unfall, der anzunehmen ist, damit die Sicherheitseinrichtungen noch funktionieren. Alle stärker auf das AKW einwirkenden Vorgänge sind dann mehr: Ein Super-GAU. Der Super-GAU muss nicht eine Explosion wie vor 25 Jahren in Tschernobyl sein. Der Super-GAU beschreibt eine unbeherrschbare Situation, wie wir sie jetzt in Fukushima erleben müssen. Die HelferInnen dort improvisieren, nur mit Geschick und Glück können sie hoffentlich ein größeres Unglück vermeiden. Wenn das größere Unglück ausbleibt, ist das ein Verdienst der Menschen dort, nicht der Reaktorsicherheit.
Ein paar Beispiele: Der größte anzunehmende Unfall, für den die japanischen AKW ausgelegt waren, war ein Erdbeben der Stärke 8,5. Es bebte aber die Erde mit einer Stärke von über 9 auf der MSK-Skala. Ein Beben der Stärke von 8,5 wäre in Deutschland für alle AKW ein Super-GAU - sie sind bis maximal 8 auf der MSK-Skala ausgelegt. Sie sind (zum Teil) dafür ausgelegt, dass ein Flugzeug über ihnen abstürzen kann. Das sollen sie aushalten. (Ob sie es tun, müssten sie hoffentlich nie in der Realität aushalten.) Nicht ausgelegt sind die deutschen AKW dafür, den gezielten Absturz eines Flugzeugs mit voller Wucht auszuhalten. Das wäre ein größerer "Unfall" als der größte angenommene - dabei ist diese Situation leider nicht undenkbar.
Um noch ein anderes Bild zu bemühen: Hochwasserschutz wird für eine bestimmte Wasserhöhe ausgelegt. Dämme entlang von Rhein oder Oder sollen ein Hochwasser bis zu einem Stand aushalten - zum Beispiel bis sechs Meter. Ein Hochwasser von 5,90 Meter wäre insofern weniger als der größte anzunehmende Unfall. Die Dämme sollten ihm gewachsen sein. Wenn das Hochwasser aber auf 6,10 Meter steigt, würden die Dämme überflutet - ein Super-GAU. Wobei eine Katastrophe auch unterhalb der Super-GAU-Schwelle stattfinden kann: Zum Beispiel, denn der Damm der Kraft des Wassers nicht standhält und bricht, wenn wegen Schlamperei Wasser durchsickert.
Für die Situation in Japan bedeutet dies: Unserer Einschätzung nach ist in Japan längst der Super-GAU eingetreten. Der vollständige Ausfall aller Kühlsysteme liegt außerhalb der schlimmsten angenommenen Szenarien. Auch die Folgen sind entsprechend: Radioaktivität ist längst in großem Maße ausgetreten. Wie viele Menschen verstrahlt wurden, weiß heute niemand.
Protest ist überall
Vieles im Web, wenig im Logbuch
Wir schaffen es derzeit nicht, aktuelle Texte hier einzutragen - aber wir halten viele andere Seiten dieses Internetauftritts aktuell. Bitte schaue dort und beachte diesen Protestfahrplan, damit AKW wirklich und für immer abgeschaltet werden:
Montag, 21. März, 18 Uhr: Fukushima ist überall! Bundesweit Mahnwachen für den Atomausstieg.
Samstag, 26. März: bundesweite Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München.
Montag, 25. April: 25 Jahre Tschernobyl. Großproteste an 13 Standorten. Mehr dazu auf diesen Seiten.
Fukushima ist überall
Montag, 18 Uhr bundesweit Mahnwachen für Atomausstieg
In großer Betroffenheit über die Ereignisse in Japan und mit dem festen Willen, gemeinsam dafür zu streiten, dass die Atomkraftwerke in der Bundesrepublik endlich stillgelegt werden, rufen wir dazu auf, am Montag, 14. März, von 18 bis 18.30 Uhr in möglichst vielen Orten auf zentralen Plätzen zu Mahnwachen zusammenzukommen. Mehr dazu hier: www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima
In Japan droht ein GAU
Erdbeben beweist unkalkulierbare AKW-Risiken
Im Erdbebengebiet in Japan gibt es mehrere Atomanlagen mit jeweils mehreren Reaktoren. Mindestens zehn AKW wurden abgeschaltet, in zweien kam es zu schweren Zwischenfällen.
- Im AKW Onagawa im Nordosten Japans brach an einem Turbinengebäude ein Feuer aus. Das Feuer ist nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gelöscht.
- In Fukushima ist wohl in drei von sechs Reaktoren das Kühlsystem ausgefallen, und zwar sowohl die externe Stromversorgung wie die Notstromversorgung. Die Kühlung wird derzeit nur über Batterien gewährleistet.
Das ausgefallene Kühlsystem kann im schlimmsten Fall zur Kernschmelze führen. Japans Regierungschef Naoto Kan hat den nuklearen Notfall ausgerufen - zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Das Notkühlsystem läuft am Nachmittag nur noch im Batteriebetrieb. Aktuelle Informationen unter diesen Verweisen:
- Aktuelle Informationen ständig aktualisiert bei Greenpeace
- Aktuelle Informationen bei ContrAtom
- Aktueller Hintergrundtext bei Spiegel online
- Unsere Pressemitteilung vom Nachmittag: Deutsche Regierung betreibt Desinformation zur Sicherheit deutscher AKS
- Unsere Pressemitteilung vom Vormittag: Auch AKW Neckarwestheim ist nicht erdbebensicher
Der japanische Regierungssprecher Yukio Edano erklärte: "Wir wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein. Wir tun alles in unserer Macht stehende, um mit der Situation fertig zu werden." Die Nachrichtenagentur AP berichtete, nach dem Erdbeben sei in Fukushima nicht nur der Hauptstrom, sondern auch ein Notstromaggregat ausgefallen, was zum Versagen des Kühlsystems geführt habe.
Westliche Experten zeigten sich zutiefst beunruhigt über diese Entwicklung, denn selbst nach einer Schnellabschaltung ist ein Atomreaktor in seinem Inneren noch lange extrem heiß und muss weiterhin gekühlt werden. "Bei einem totalen Stromausfall funktioniert kein Sicherheitssystem mehr", sagte Lars-Olov Höglund, der zehn Jahre lang Chefkonstrukteur der Atomkraftwerke des Vattenfall-Konzerns war. "Wenn das passiert, ist es aus." Die Folge wäre unweigerlich eine Kernschmelze.
Nach Angaben von Japans Atomsicherheitsbehörde versuchten die Mitarbeiter des AKW fieberhaft, die Kühlung wiederherzustellen. Es gebe aber keine Erfolgsgarantie. Wenig beruhigend wirkt in diesem Zusammenhang, dass die Behörde die Evakuierung des Gebiets im Umkreis von drei Kilometern um die Atomanlage Fukushima angeordnet haben.
Ich packe meinen Koffer...
...für die Reise zur Menschenkette
... und packe ein:
- Sonnencreme, Sonnenhut, aber auch eine Regenjacke (für alle Fälle)
- Proviant: sieben Butterstullen, genug Getränke und viel Schokolade
- meine Trillerpfeife, Rassel oder Tröte, Ohropax eventuell
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- meine Anti-Atom-Fahne, Transparente, Kettenbänder und alles andere mögliche zum Verlängern der Kette (an unseren Infoständen gibt es natürlich auch noch Fahnen, T-Shirts, Aufkleber und Infomaterial)
- meinen Fotoapparat oder mein Kamerahandy, mit geladenen Akkus
- Frisbees, Springseile, Bälle, Jonglier-Zubehör und alles, was ich sonst noch brauche für die vielen Kettenspiele....
Bring Leben in die Menschenkette!
Jede Menge Ketten-Spiele
Damit es am Samstag auf den 45 Kilometern Kettenstrecke in der Stunde, in der die Kette stehen soll, bunt, laut und lustig zugeht, haben wir im .ausgestrahlt-Büro schon mal Ideen für Spiele und Aktionen in der Kette gesammelt. Wie wäre es zum Beispiel mit:
- La-Ola-Wellen
- Ketten-Mäandern, also Schlangenlinien-Bewegungen der Kette auf der Straße
- Stille oder laute Post auf 100 oder mehr Metern
- ab-schal-ten in Silben rufen: der 1. Mensch ruft „ab“, der nächste „schal“, der 3. „ten“, der 4. wieder „ab“ usw.
- Schriftzüge aus vielen Menschen auf der Strecke bilden (damit die JournalistInnen im Hubschrauber was zu lesen haben)
- Klatsch-Post: Klatsch-Rhythmen wie Stille Post durch die Kette durchreichen
- Durchzählen: 14.782, 14.783, 14.784 ...
- Bockspringen
- Auf-den-Schoß-setzen: Jeder setzt sich auf den Schoß vom Menschen hinter ihm. Der oder die Letzte lehnt sich ans AKW Neckarwestheim, mal sehen, ob es uns aushält...
- Tauziehen (zum Beispiel mit den Kettenbändern oder anderen Ketten-Verlänger-Mitteln, die wir hoffentlich nicht brauchen werden)
- Frisbees und Bälle werfen, um kleine Lücken zu überbrücken
- Slalom um die Ketten-NachbarInnen laufen. Und dann Schwierigkeitsgrad erhöhen und dabei Eier, Tennisbälle oder andere mitgebrachte Dinge auf Löffeln balancieren.
- Auf 100 Metern Polonaise machen (in den Streckenabschnitten, an denen wir wirklich viele sind)
- Singen, tanzen, Sprechchöre rufen - das ganz normale Demorepertoire funktioniert in der Kette natürlich auch ...
Und jetzt bitte kreativ werden und weiterdenken!
Neu im Shop
großer Sonnen-Button und Plakate zum Tschernobyl-Aktionstag am 25. April
Auf vielfache Nachfrage gibt es den "Atomkraft? Nein Danke"-Button nun auch in supergroß (57mm, 1,50 Euro). Je nach Lust und Laune kannst du die Sonne also ab jetzt in drei Größen zur Schau tragen: die Buttons im Shop.
Am Ostermontag, den 25. April 2011, einen Tag vor dem 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe, wird es bundesweit 13 große Demonstrationen geben: an vielen AKW-Standorten sowie beim geplanten Atommüllager Schacht Konrad in Salzgitter, beim Zwischenlager Lubmin und bei der Urananreicherungsanlage in Gronau.
Mehr Infos dazu gibts in Kürze auf diesen Seiten, Plakate kannst du schon jetzt bestellen: die Plakate zum Aktionstag im Shop.
Mehr Raum für Anti-Atom-Arbeit
.ausgestrahlt zieht um
50 m² für bis zu 14 Personen - das war eindeutig zu eng. Das neue Hamburger .ausgestrahlt-Büro eine S-Bahn-Station weiter schafft Platz für die nächsten großen Aktionen. Heute packen wir im alten Büro ein, morgen tragen wir alles hinüber und packen aus.
Im Juni 2009 hat .ausgestrahlt mit drei Angestellten und drei PraktikantInnen drei kleine Büroräume in Hamburg bezogen. Wie lange unsere Arbeit durch Spenden finanziert sein würde, wussten wir damals nicht. Seitdem hat die Arbeit stetig zugenommen und auch mit den Spenden hat es bisher geklappt. Nur der Platz - der reicht schon lange nicht mehr. Jetzt trauen wir uns einen großen Schritt: aus immer wieder befristeten Stellen machen wir richtige Anstellungen auf richtigen Arbeitsplätzen in einem größeren Büro.
Ab Donnerstag (17.2.) arbeitet .ausgestrahlt in der
Marienthaler Straße 35 (Hinterhaus), 20535 Hamburg.
Die Telefonnummern bleiben gleich.
Am Mittwoch, 16. Februar, sind wir telefonisch und per Mail nur sehr eingeschränkt erreichbar - denn auch der Telefonanschluss zieht um.
Neuer .ausgestrahlt-Rundbrief erschienen
Über die Menschenkette im Süden, Aktionen zum Tschernobyl-Jahrestag und mehr
Vielleicht hast du ihn bereits in den vergangenen Tagen aus deinem Briefkasten gezogen - wenn nicht, kannst du ihn hier bestellen - unser Rundbrief 11 ist erschienen! 15 anti-atom-bewegte Seiten voller Neuigkeiten, Vorschauen, Rückblicke und Analysen. Und wie immer vier neuen Kurzporträts von Menschen, die von ihrem ganz persönlichen Engagement gegen den atomaren Wahnsinn berichten: unseren Anti-Atom-FreundInnen.
Hamburg sagt: "Tschüss Vattenfall!"
Ziel ist, Krümmel als erstes AKW 2010 endgültig abzuschalten
Der Druck auf Vattenfall zeigt Wirkung: Nach der Ankündigung, die Betreiberschaft von Krümmel an Eon abzuschieben, rudern die Atomkonzerne nun weiter zurück. Eon und Vattenfall haben verkündet, dass sie während ihrer Verhandlungen Krümmel nicht wieder ans Netz nehmen. Zeit, die wir gut brauchen können, den Druck weiter zu erhöhen und noch mehr Menschen zu überzeugen den Stromanbieter zu wechseln:
„Tschüss Vattenfall!“ fährt deshalb weiter groß auf: Nach Anzeigen, Großplakaten, Kinospot, Montagsspaziergängen, Flashmobs und Flyeraktionen wird es am Samstag, 5. Februar, einen Informations- und Stromwechseltag geben, an dem so viele Infotische wie möglich in Hamburger Stadtteilen stehen sollen. Es sollen sich an diesem Tag viele weitere Menschen zum Stromanbieterwechsel entscheiden. Auch diejenigen, die schon gewechselt haben können teilnehmen.
Neu auf unserem Internetauftritt ist unter anderem ein Ökostomrechner. Du kannst hier ganz einfach, den für Dich günstigsten Ökostromanbieter ermitteln und direkt wechseln.
Darüber hinaus gibt es neues Material im Online-Shop. Es können ab sofort Buttons für den Rucksack oder die Jacke bestellt werden. Für alle, die schon „Tschüss Vattenfall!“ gesagt haben, gibt es nun den passenden Aufkleber für die Haus- oder Wohnungstür: „Wir haben`s getan!“ bzw. „Ich hab`s getan!“. Das Material gibt es im .ausgestrahlt-Shop.
RWE kündigt Ausstieg aus rumänischem Atomkraftwerk an
AKW-Projekt Cernavoda steht auf der Kippe
Der Energiekonzern RWE zieht seine Pläne zum Bau eines Atomkraftwerks im rumänischen Cernavoda an der Donau zurück. Auch die Partnerunternehmen GDF Suez und Iberdrola stiegen aus, teilte RWE am Donnerstag mit. Als Grund erklärte RWE, "wirtschaftliche und marktbedingte Unsicherheiten - vor allem durch die Finanzkrise - stellten notwendige Investitionen in Frage". Der tschechische Energieversorger CEZ hatte seine Beteiligung an Cernavoda bereits im September 2010 aufgekündigt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der hohe politische Druck vieler Anti-Atom- und Umweltverbände Wirkung zeigt und eines der gefährlichsten Atomprojekte weltweit nicht realisiert wird.
Besonders die Umweltorganisation urgewald hatte Druck auf RWE gemacht - wie schon zuvor wegen des geplanten AKW im bulgarischen Belene.
Der Standort des rumänischen AKWs befindet sich mitten in einer Erdbebenregion, der geplante Reaktortyp ist weder in den USA, Japan oder Westeuropa genehmigungsfähig. Dazu kommt, dass die Bausubstanz für das Projekt aus den 1980er Jahren stammt. Schon damals hatten Inspekteure auf gravierende Baufehler aufmerksam gemacht, die zu katastrophalen Störfällen führen könnten.
Mit dem Rückzug aus Rumänien ist RWE erneut aus einen osteuropäischen Atomprojekt ausgestiegen. Auf zu großen Widerstand im eigenen Aufsichtsrat war der Vorstandsvorsitzende Großmann auch mit der geplanten Beteiligung an einem Meiler im bulgarische Belene gestoßen. Dieses Projekt hatte der Energiekonzern im Oktober 2009 mit Verweis auf eine unsichere Finanzierung in Bulgarien aufgegeben.
UmweltschützerInnen und Anti-Atom-Initiativen haben die Pläne von RWE zum Bau von Atomkraftwerken in Osteuropa stets scharf kritisiert. Der Rückzug von RWE aus dem rumänischen Atomprojekt ist ein weiterer Erfolg für die Anti-Atom-Bewegung.
Fernsehtipp: "Restrisiko"
18.01., 20.15 Uhr, Sat.1
Heute Abend um 20:15 Uhr zeigt Sat.1 den atomkraftkritischen Katastrophenfilm "Restrisiko".
Der im vergangenen Jahr gedrehte Film spielt im Jahr 2011: Die Politik hat die Laufzeitverlängerung für Atomreaktoren beschlossen. Das fiktive Atomkraftwerk Oldenbüttel bei Hamburg (die Analogie zum AKW Brunsbüttel ist sicher kein Zufall!) geht allen Warnungen zum Trotz erneut ans Netz. Im Sommer kommt es zu einem Störfall. Die totale Katastrophe bleibt aus, aber zwei Millionen Menschen werden evakuiert. Als Ursache wird zunächst menschliches Versagen attestiert und die während der Untersuchung abgeschalteten übrigen Kraftwerke dürfen wieder ans Netz. Doch die ehemalige AKW-Sicherheitschefin befürchtet, dass der tatsächliche Auslöser im Alter des Kraftwerkes liegt und macht sich auf den Weg zurück in die kontaminierte Zone, um Beweise für diese These zu finden.
Macht Sat.1 sonst eher mit Filmen auf sich aufmerksam, die gemeinhin wenig mit der Realität zu tun haben, ist "Restrisiko" an vielen Punkten erschreckend nah an der Wirklichkeit. So handelt es sich nach Meinung der taz, um einen „Antiatomkraftfilm, der gut nachvollziehbar kritische Punkte der bald ganz real anstehenden Nachrüstung der Altmeiler benennt: von der Wagenburgmentalität der Kraftwerker, die sich zu Unrecht von der Öffentlichkeit als "Schmuddelkinder der Nation" diffamiert sehen und schon mal den einen oder anderen meldepflichtigen Störfall kalt weglächeln. Bis zum Risiko durch die nachrüstenden Fremdfirmen, denen es mit der Strahlendosis bei den Mitarbeitern nicht ganz so wichtig ist“.
Im Anschluss an den Film "Restrisiko" läuft die Dokumentation "Atomkraft - Mit Sicherheit unsicher?" der Filmemacher Falko Korth und Thomas Riedel. Nach langen, intensiven Gesprächen durften sie unter hohen Auflagen im hessischen AKW Biblis Filmaufnahmen durchführen.
Wir finden: Unbedingt ansehen. Und vor allem unbedingt auf der Webseite des Fernsehsenders abstimmen, ob Atomenergie gefährlich ist oder nicht. Hier geht es zur Umfrage. Mehr Informationen zu Film und Dokumentation gibt es unter: http://www.sat1.de/filme_serien/restrisiko/
Wer ausprobieren will, ob das echte AKW Brunsbüttel genauso gefährlich ist wie das fiktive "Oldenbüttel", kann unseren AKW-Sicherheitscheck machen. Und wer mehr Fragen zur Unsicherheit von Brunsbüttel und Co. hat und Antworten darauf sucht, kann hier weiterlesen.
Neues regionales Aktionsbündnis in Jülich
"STOP Westcastor" gründet sich | Demo in Jülich am 30.1.
Am Samstag, 15. Januar gründet sich in Jülich eine neue regionale Anti-Atom-Initiative: das Aktionsbündnis "STOP Westcastor.de". Im Fokus liegen wird der Protest gegen die stillgelegte Forschungsanlage Jülich, die derzeit 152 dort lagernden Castorbehälter und Transporte von dort aus. Das Gründungstreffen des Bündnisses findet diesen Samstag in der Stadthalle Jülich statt - und alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Weitere Infos unter www.westcastor.de
Die erste Protestaktion ist schon geplant: Am 30. Januar will das Aktionsbündnis vor dem Forschungszentrum Jülich gegen die Atompolitik und die unsinnigen Atomtransporte demonstriert. Die derzeit dort lagernden Castoren sollen in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden, offiziell weil die Lagerung in Ahaus günstiger ist als in Jülich. Gegen diese Verschiebung von Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste richtet sich der Protest Ende Januar - „Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus!“.
Den Flyer mit allen weiteren Infos zur Aktion gibt es hier als PDF.
Probesitzen am AKW Grohnde
Demo und "Sitzaktion" am 15. Januar bei Hameln
Nicht nur nach Gorleben und Lubmin rollen Atomtransporte. Auch die 17 Atomkraftwerke in der Bundesrepublik sind regelmäßig Ziel (oder Start) solcher Transporte. Zum Beispiel das AKW Grohnde in Niedersachsen, direkt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, in das für die ersten Monate des Jahres eine Brennelemente-Lieferung angekündigt ist.
Und nicht nur in Gorleben und Lubmin gibt es Widerstand, sondern eben auch am AKW Grohnde. Eine große Zahl von Anti-Atom-Initiativen aus Niedersachsen und NRW organisiert am 15. Januar eine Demo mit anschließender "Sitzprobe" direkt vor dem AKW Grohnde: "Wir widersetzen uns der Verlängerung der Atomlaufzeiten mit den zunehmenden Risiken und weiterer Atommüllproduktion!"
Die angemeldete Demo für Oma, Papa, Kind und Kegel startet am 15. Januar um 13 Uhr am Bahnhof Emmerthal und führt nach Grohnde. Ab 14 Uhr beginnt dort das Probesitzen. Und damit die möglichst bequem wird, rufen die Initiativen auf, alle Arten von Sitzgelegenheiten mitzubringen: Sofas, Luftmatratzen, Strohballen, Barhocker oder ganz einfach Stühle.
Den Flyer mit allen wichtigen Infos und einer Karte zur Anreise gibt es hier zum Herunterladen.




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