Mehrheit der Bevölkerung gegen Atomkraft

Immer wieder ergeben Umfragen, dass der Großteil der Bevölkerung den Betrieb von AKW ablehnt. Hier sind die aktuellesten repräsentative Umfragen aufgelistet. 

Weltweite Ablehnung von Atomenergie

September 2011 | Ipsos

Eine repräsentative Umfrage des Instituts Ipsos hat in 24 Ländern der Welt Stimmen zum Thema Atomenergie gesammelt. Danach lehnen insgesamt 55 Prozent der Befragten die Nutzung von Atomkraft ab. In Deutschland sind 79 Prozent der Bevölkerung dagegen, in der Türkei und in Brasilien etwa 70 Prozent und selbst im atomkraftfreundlichen Frankreich votierten in dieser Umfrage zwei Drittel der Befragten Atomkraft ab. 

Details und Grafiken zur Studie.

70 Prozent für Ausstieg bis 2020

Juni 2011 | Lichtblick

Eine Umfrage im Auftrag von Lichtblick im Juni 2011 ergab, dass 70 Prozent der Deutschen die Atommeiler schneller als Bund und Länder abschalten wollen. 41 Prozent halten einen Ausstieg bis 2015 für möglich, weitere 29 Prozent spätestens bis 2020.

90 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass umweltfreundliche Kraftwerke die durch den Atomausstieg entstehende Versorgungslücke schließen werden. Genauer halten laut der Studie 49 Prozent der Bevölkerung Windenergie für eine tragende Säule der zukünftigen Energieversorgung. Je 40 Prozent der Befragten setzen zudem auf Sonnenkollektoren und Wasserkraft, 20 Prozent auf Biomasse. Fast jeder Dritte (29 Prozent) ist überzeugt, dass effiziente, gasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke eine weitere wichtige Alternative sind.

Mehr dazu bei Lichtblick.

Schnellstmögliche Stilllegung

März 2011 | ARD Deutschlandtrend

Kurz nach der Reaktorkatastrophe im japanischen AKW Fukushima veröffentlichte die ARD im Deutschlandtrend die Ergebnisse einer Blitz-Umfrage zur Atomkraft. Demnach fordern 71 Prozent der Bundesbürger einen Ausstieg aus der Atomkraft, nur 24 Prozent halten es für nicht richtig, aus der Technologie auszusteigen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten wollen außerdem die schnellstmögliche Stilllegung der Atommeiler, unabhängig von den Ergebnissen von Sicherheitsüberprüfungen der AKW. Einen schweren Kraftwerksunfall wie in Japan halten 70 Prozent auch in Deutschland für möglich. 

Alle Daten der Deutschlandtrend-Umfrage.

Atomkraft als Innovationsbremse

Juli 2009 | N24 + Emnid

Berlin - Der Zwischenfall im AKW Krümmel schürt die Skepsis der Bundesbürger bezüglich Atomkraft. Das Ergebnis einer N24-Emnid-Umfrage lautet, dass 54 Prozent der Befragten diese Art der Energiegewinnung technisch für unsicher halten und glauben, dass die weitere Nutzung die Entwicklung alternativer Energien behindere. 

Aufgeschlüsselt nach Wählergruppen ergibt die aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den Nachrichtensender N24 folgendes Bild: Während bei den SPD-Wählern die Präferenz klar ist (68 Prozent gegen, 24 Prozent für Kernenergie), sind die Unionswähler gespalten: In dieser Gruppe unterstützen zwar 44 Prozent die Kernkraft aus Klimaschutzgründen, 42 Prozent aber befürchten, diese Technik wirke als Innovationsbremse.

Quelle: Verivox

Meinungen zum Ausstieg aus der Atomkraft

April 2009 | FORSA

Zwei Drittel der Deutschen wollen den beschlossenen Atomausstieg beibehalten oder sogar beschleunigen. Dies ermittelte Forsa in einer repräsentativen Umfrage zur Sicherheit von Atomkraftwerken und zum Ausstieg aus der Atomenergie.

Das Tempo des Atomausstiegs sollte ...

... beschleunigt werden.

35%

... beibehalten werden.

31%

... verlangsamt werden.

12%

Deutschland sollte überhaupt nicht aus der Atomenergie aussteigen.

18%

weiß nicht

4%

8 Prozent aller Bundesbürger sind der Meinung, dass Atomkraftwerke, mögliche Anschläge auf Atomkraftwerke, Atomtransporte und radioaktiver Müll für sie und ihre Familien keine Gefahr darstellen. Weitere 34 Prozent schätzen die Gefahren, die für sie von der Atomkraft ausgehen, als gering ein.

37 Prozent sehen in der Atomkraft dagegen eine große Gefahr, weitere 20 Prozent sogar eine sehr große Gefahr für sich und ihre Familien. Überdurchschnittlich häufig schätzen die Anhänger der SPD, der Linkspartei und vor allem der Grünen die Gefahr der Atomkraft als groß oder sehr groß ein. Die Mehrheit der Unions-Anhänger kann dagegen nur eine geringe oder überhaupt keine Gefahr für sich und ihre Familien erkennen.

Quelle: BMU

Studie als PDF

Energieversorgung trotz Atomausstieg gesichert

Februar 2009 | Greenpeace

Eine Greenpeace-Umfrage vom Februar 2009 belegt: Angstmache der Atomlobby ist gescheitert Eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent der Bundesbürger sieht keine Gefährdung der Energieversorgung durch den Atomausstieg. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace durchgeführten repräsentativen Umfrage. Nur eine Minderheit von 27 Prozent hält eine Gefährdung der Energieversorgung für möglich.

Mehr zur Umfrage von Greenpeace...

Zwei Drittel für Ausstieg

August 2007 | EMNID

Atomkraft, nein danke! Laut einer repräsentativen EMNID-Umfrage vom August 2007 befürworten zwei Drittel der Bevölkerung den Atomausstieg, ein Drittel ist sogar für einen schnelleren Prozess!

Die Gruppe der Befürworter eines weiteren Ausbaus der Atomkraft liegt bei 15 Prozent. Satte 85 Prozent der Deutschen wollen schärfere Kontrollen von Atomkraftwerken durch die Behörden. Und 91 Prozent fordern gar öffentlich zugängliche Informationen über Zwischenfälle in Atomanlagen.

Bei einer ähnlichen Umfrage im Juli 2005 im Auftrag von Greenpeace stießen die Atom-Pläne von Union und FDP bei der Mehrheit der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. 70 Prozent der Deutschen plädierten für den Ausstieg aus der Atomenergie. Gegen eine Verlängerung der Restlaufzeiten sprachen sich eine relative Mehrheit der Bevölkerung aus.

Befragungsergebniss in tabellarischer Darstellung (Greenpeace)