Die angeblich „saubere“ Atomenergie erzeugt schon am Anfang einen gigantischen Haufen strahlenden Mülls: radioaktiver, giftiger Schlamm, der das Grundwasser bedroht, die Luft verseucht, die Bevölkerung verstrahlt. Uranabbau ist alles andere als umweltfreundlich. Die angeblich „ungefährliche“ Atomkraft fordert gleich zu Beginn zehntausende von Opfer. Zu diesem Thema:
Am 15. Mai 2009 ist die Uran-Tour durch Deutschland gestartet. Menschen aus den von Uranabbau betroffenen oder davon bedrohten Ländern berichten von der Situation vor Ort, also aus Namibia, Niger, Tansania, Malawi und den USA.
Zu den Terminen
Derzeit stehen mehrere Länder Afrikas unter einem massiven Angriff internationaler Uranexplorations- und abbaufirmen, die den begehrten Energierohstoff abbauen wollen. Nachdem Angebot und Nachfrage nach Uran stark auseinanderklaffen, war der Preis in die Höhe geschnellt, und viele Unternehmen bemühen sich, jetzt einen Gewinn einzufahren.
Sie bauen dabei auf die zum Teil fehlende Gesetzgebung in Sachen Strahlenschutz in manchen afrikanischen Ländern bzw. auf die mangelnden Möglichkeiten, bestehende Gesetze durchzusetzen und die Firmen unabhängig bei ihren Tätigkeiten zu überwachen. In der Folge wird Uran unter Umständen abgebaut, wie sie in den westlichen industrialisierten Ländern nicht genehmigungsfähig wären - auf Kosten der Menschen vor Ort, deren Gesundheit, mit extrem negativen Folgen für die Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern.
Die AG uranium-network.org von MENSCHENRECHTE 3000 e.V., Freiburg, hat aus von Uranabbau betroffenen oder davon bedrohten Ländern Menschen nach Deutschland eingeladen, um über ihre Erfahrungen mit dem Uranabbau und dessen Folgen für Menschen, Gesundheit und Umwelt zu berichten. Nicht zu jedem Termin sind alle Eingeladenen anwesend.
Hilma Mote, Direktorin von Labour Resource and Research Institute (LaRRI), mit einer Studie über die Auswirkung des mehr als 30-jährigen Uranabbaus von Rössing / Rio Tinto Zinc auf Bergarbeiter und "Umgebungsbevölkerung", die erschreckende Auswirkungen des Uranabbaus aufzeigt.
Bertchen Kohrs von EARTHLIFE Namibia, die zusammen mit Hilma Mote / LaRRI im vergangenen Oktober eine Konferenz und Tour "Uranium - Blessing or Curse?" in Namibia organisiert hat, die die fast hemmungslos zu nennende Ausbreitung des Uranbergbaus in Namibia kritisch hinterfragt und zu einer bis heute anhaltenden öffentlichen Diskussion über Uranabbau in Namibia geführt hat.
Almoustapha Alhacen, Tuareg, NGO Aghir in Man, Arlit, der in der Uranabbauregion um Arlit eine Umweltschutz - und Arbeitsschutz-Initiative gegründet hat, die den Uranabbau von AREVA kritisch hinterleuchtet und Unterstützung vom französischen CRIIRad bekommen hat, der die radioaktive Kontamination in Arlit aufdecken konnte.
AREVA plant gleichzeitig in Niger die Eröffnung der weltgrößten Uranmine Imouraren - und am Südrand der Sahara sind ca. 120 (!) Explorationslizenzen für Uran vergeben worden ...
Anthony Lyamunda, FEMAPO, der mit der NGO FEMAPO die Menschen über die Folgen des Uranabbaus, die Gefahren der Radioaktivität etc. aufklärt, während die tanzanische Regierung vermutlich 70 Explorationslizenzen für Uran an ausländische Firmen vergibt, unterstützt von der bundesdeutschen BGR, die eine "Investor's Guide" herausgebracht hat, der die Bodenschätze Tanzania's zur Ausbeute anbietet ...
Reinford Mwangonda, CfJ Citizens for Justice. In Malawi hat die Fa. Paladin ein Uranbergwerk gegen Widerstand und Proteste aus der Bevölkerung in Betrieb genommen; noch vor Inbetriebnahme der Uranextraktionsanlage kam es zu einer Explosion, bei der drei Arbeiter schwer verletzt wurden, einer ist inzwischen verstorben.
Rex und Carletta Tilousi, Havasupai, Grand Canyon Region, Arizona Rex ist eine der spirituellen Führungspersönlichkeiten der Havasupai, seine Nichte Carletta Rechtsanwältin. Ihr Volk, das in einem Seiten-Canyon des Grand Canyon lebt, ist von einer Uranmine ("Canyon Mine") bedroht, deren tailings ihre in der Halbwüstenregion überlebenswichtigen Grund- und Oberflächenwasservorkommen kontaminieren würde, ihre Landrechte aushöhlt und ihr Recht auf Religionsausübung untergräbt.
auf www.uranium-network.org
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