Heilbronn

Der Sicherheits-Checker

Die Initialzündung unseres Aktionsbündnisses war ein Film über Uranabbau in Australien. Da gab es eine Anfrage vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar, wer den zeigen will, und dann war schnell klar, dass wir weiter aktiv bleiben wollen. Hier in Heilbronn gab es ja über Jahre hinweg ein völliges Vakuum, was Anti-Atom-Arbeit angeht.

In den vergangenen 12 Monaten haben wir nun fast wöchentlich etwas gemacht. Da waren .ausgestrahlt-Aktionen dabei, etwa die Stör-Fall-Mobs. Und eigene, zum Beispiel die große Evakuierungsübung, mit der wir die Absurdität im Fall eines GAUs im AKW Neckarwestheim verdeutlicht haben. Dass da die Bewohner einzelner Stadtteile und Orte in verschiedene Richtungen wegfahren müssten, um dann keine 100 Kilometer entfernt in einer möglicherweise genauso verseuchten Stadt Aufnahme zu finden. Das ist das offizielle Katastrophenschutzszenario. Heilbronn-Süd etwa soll nach Nürtingen fliehen. Dafür müssen die Leute aber am AKW vorbeifahren! Die Details sind unendlich penibel geplant, das Große aber wird nicht thematisiert: Weshalb bringt man eine ganze Region in so eine idiotische Gefahr? Unsere Aktion war eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß. Wir sind mit 30 Leuten losgefahren, sogar das Fernsehen war dabei. In Nürtingen stand eine Menschenmenge am Bahnhof und ein Schild, „Nürtingen begrüßt die Atomflüchtlinge“, der Bürgermeister hielt eine Rede. Vielleicht haben wir auch mit dazu beigetragen, dass die Lokalpresse in den letzten Monaten recht AKW-kritisch geworden ist.

Demo, Kino, Geno – das sind unsere drei Eckpunkte. Die Energiegenossenschaft, die wir neulich gegründet haben, wird zunächst Solaranlagen bauen. Aber wir träumen auch von einer Biogasanlage, die den ganzen Biomüll aus Stadt und Landkreis nutzt. Die Windenergie, die hier bisher komplett fehlt, wollen wir ebenfalls weiterbringen. Wir wollen nicht nur weg vom Atom, sondern auch was in die andere Richtung tun.

www.energiewendeheilbronn.de

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